BK166

1 bis 3-Wege-System

System: Full Range
Hochtöner: optional FOSTEX T 90 A
Mitteltöner optional FOSTEX D1405 + AOS H400
Breitband: FOSTEX FE 168 E Sigma
Prinzip: Exponentialhorn
Anschlussklemmen: vergoldet
Nennimpedanz nach DIN 8 Ohm
Empfindlichkeit: 91 dB
Frequenzbereich: 50 Hz - 24 KHz
Abmessungen (BxHxT): 292 x 900 x 450 mm
Gewicht: 26 kg

Produkt Info

Das modulare Hornsystem

Hier wollte ich den 16 cm FOSTEX Breitbänder der Sigma-Serie - FE 168 E Sigma - einmal optimal und modular ausbaubar von 1- bis 3-Wege zum Einsatz bringen.

Zum gleichen Zeitpunkt brachte FOSTEX zufällig einen anderen 16er Breitband als limitiertes Sondermodell heraus, den FE163EN-S. Wie sich schnell herausstellte, arbeitete auch dieses exklusive Modell hervorragend im BK 166 Basshorn und zwar sogar ohne Korrekturelemente.

Der FE 168 E Sigma spielt mit einem speziellen Sperrkreis ausgestattet einwandfrei und ohne Verfärbungen über den gesamten Bereich bis zu den Höhen. Besonders guter Grundton- und Mittenbereich durch die einzigartig computeroptimierte und versteifte Membrane.

Im zweiten Schritt kann man den hervorragenden Ringradiator FOSTEX T 90 A hinzufügen und das ursprüngliche Breitbandprojekt dann zu einem 2-Wege-System erweitern. Der Hochtonbereich gewinnt hierdurch entscheidend an Luftigkeit und Seidigkeit und die räumliche Abbildung wird noch stabiler, wenn der Hochtöner mit dem Breitbandchassis gemeinsam in Phase abstrahlt. Dies kann optimal durch Verschieben des T 90 A auf der Standfläche über dem Breitbandchassis geschehen.

Im dritten und aufwändigsten Ausbauschritt (HOBBYHIFI 6/2012) spendierte ich dann dem Backloaded Horn noch ein Holzradialhorn H 400 mit dem FOSTEX Full Range Treiber  D 1405 als Mitteltöner für den Bereich zwischen 700 und 5000 Hz. Diese Ergänzung schließlich führt zu einer dramatischen Verbesserung und ungerichteten extrem breiten horizontalen Abstrahlung der mittleren Tonlagen. Stimmen gewinnen gewaltig an Natürlichkeit, Offenheit und Direktheit. Eine weite Bühne  tut sich auf.

Ein solches 3-Wege-Hornsystem ist nicht einfach abzustimmen. So bemängelte Herr Timmermanns von der HOBBYHIFI einige kleine Fehler bzgl. der Frequenzweiche. Diese wurden daraufhin sogleich in einer nochmaligen Feinabstimmung korrigiert (Modifikation MK II). Gleichzeitig wurde der Tieftonbereich - einhergehend mit einer Reduzierung des Gesamtschalldrucks der Box - ausgedehnt. Der Bassbereich ist nun auch bei wandferner Aufstellung kräftig und sehr trocken! Verstärker aller Art (nicht nur Röhrenverstärker) kommen nun gut mit dem Lautsprecher zurecht.

Die BK 166 / 3 bietet volle unbegrenzte Horndynamik bis weit über den gesamten Hörbereich von 40 - 30000 Hz und das Feeling eines Weltklasse-Hornlautsprechers bei etwas reduziertem Schalldruck, ist daher nicht für  "Sehrlauthörer" konzipiert und fühlt sich in kleineren bis mittleren Hörräumen am wohlsten.

Der etwas höhere Gesamtpreis ist mehr als gerechtfertigt für dieses Kunstwerk!

 


Erfahrungsbericht eines Kunden mit dem limitierten Breitbänder FE 163 EN-S + FT 96 H im BK 166:


Kurz nach Veröffentlichung des Bass Horns BK 166 aus dem HH Artikels 4/12 bin ich Mitte 2012 nach Saarbrücken gefahren um die Hörner live zu hören. Da ich bisher nur mittelmäßig abgestimmte Basshörner in der Selbstbaumesse gehört habe, war ich schon gespannt vor allen Dingen auf den Fostex BB FE163EN-S. Angekommen im Laden von Herrn Damde erwartete mich eine vollgestopfte Hörraum der sich jedoch angenehm von den blitzblanken Hifi-Läden meiner Heimatstadt unterschied. In Vorbereitung meiner Voranmeldung hat Herr Damde die Basshörner „warmlaufen“ lassen schon aus der Ferne breitete sich angenehmen klassische Musik im Hörraum aus. Bevor ich das Reinhören begann erkundigte ich mich welche Elektronik denn angeschlossen sei. Mit Erstaunen nahm ich zur Kenntnis, dass ein extrem günstiger „HLLY DMK.IV“ DAC und Vorverstärker und eine „SMSI Power SA -50“, beide zusammen wenig mehr als 100€, den Boxen als Verstärkung dienten. Herr Damde ist absolut bodenständig und jenseits aller Starallüren: „Teure Verstärker sind nicht unbedingt nötig auch mit kleinen erhalten sie sehr guten Klang Und ich will Ihnen die Boxen mit einfachen Verstärkern vorführen“. Man meint unterschwellig herauszuhören wie viel Augenwischerei beim kommerziellen Hi-Fi Kompetente und erst recht bei Lautsprecherboxen gemacht wird.
Zuerst spielten die Boxen solo d.h. ohne Super Hochtöner. Herr Damde stöpselte, mittels frei verkabelter Weiche, den Fostex Super-Hochtöner FT96H an. Der Unterschied liegt vor allem in der räumlichen Darbietung und war sofort hörbar und deshalb entschied ich mich für diese Version. Ohne zu zögern und mit schmunzelndem Gesicht verlies den Laden mit den limitierten BB. Dies geschah war vor einem Jahr…
…und heute stehen sie in meinem Wohnzimmer. Anstelle des BK166 Gehäuses wurden die BB in ein Gehäuse nach Fostex Spezifikation eingebaut mit zusätzlichem Hochtöner-Aufsatz, d.h. ich habe den HH nicht oben aufgesetzt sondern in eine ca. 9 cm hohe extra Kammer eingebaut. Damit wurde das Horn 105 cm hoch. Zusätzlich habe ich den BB 5 mm tief in die Front ein gefast. Der Hochtöner liegt 19 mm rückversetzt. Mein Schreiner hat das Bass Horn inklusive Hochglanz Lackierung für 1800 € zusammengebaut. Herr Damde empfahl damals ein Schreiner seiner Wahl, die das Horn für 670 € inklusive Versand zusammengebaut hätte, jedoch ohne Lackierung.
Der BB läuft ohne Frequenzweiche! Für den Super-Hochtöner hat Herr Damde eine Weichen Schaltung entwickelt.

Die Boxen habe ich mit 8-adriges Telefonkabel, 11,5 Meter lang je Box (damit die Community was zum lästern hat), angeschlossen. Als Verstärker dient ein Hörwege modifizierte Vor und Endstufe von Aaron.

Und was kam raus? Ich habe selten so einen Klang gehört. Es ist die Direktheit die das Bass Horn sofort in seinen Bann nimmt. Schlagzeug und Schlaginstrumente kommen mit Wucht und Präzision obwohl das Horn nur auf 50 Hz runter geht. Man spürt die angeschlagene Membran. Das hat Klasse und fesselt einen.
Die Musik löst sich perfekt von den Boxen und schwebt im Raum. Wenn man die Augen zumacht, meint man einen Kopfhörer aufzuhaben. Der Klang ist fast überall im Raum verteilt. Mein Sohn meinte das klingt wie Surround. Aber der härteste Kritiker den es zu überzeigen gilt ist die Frau. Als sie die Ausmaße der neuen gesehen hat war sie doch leicht schockiert. Aber die ersten Töne ließ sie (das erste Mal nach 3 Paar Boxen in meiner Vergangenheit) aufhorchen. Als ich sie vorführte war sie etwa seitlich 5 Meter im L-förmigen Wohnzimmer. Nüchtern, sagte sie nur „die klingen aber richtig gut“. Auch jenseits des Hi-Fi Dreiecks füllen die Boxen meine 55 qm Wohnraum aus. Musik scheint überall präsent zu sein. Die musikalische Bühne wird leicht vor den Boxen abgebildet. Die Räumlichkeit gehört mit zum Besten was ich jemals gehört habe. Musik breitet sich auch jenseits der Außenbegrenzung der Boxen aus. Fantastisch. Auch ein beherzter Dreh des Lautstärke Reglers bis zu Nachbarschaft unverträglicher Lautstärke ist möglich, aber interessanterweise ist auch leises oder mittellautes hören sehr angenehm. Mitunter bevorzuge ich die leisere Einstellung – einfach weil es entspannter klingt. Eine Eigenschaft die ich nur bei sehr teuren Lautsprechern gehört habe.
Heute kam dann noch eine indirekte Bestätigung. Beim Hi-Fi Händler habe ich die Piega Coax 30 angehört. Preis ca. 8000 € und wen’s interessiert: 98 Klangpunkte in Audio: „… sie ist sehr spielfreudig, luftig, lässig und homogen, und trotz ihrer zierlichen Erscheinung mit einem, erstaunlich sattem Bass gesegnet.“
Nun ja, wenn man mal ein Bass Horn gehört hat, dann ist der Bass der Piega im Vergleich kalter Kaffee. Das Basshorn spielt so viel direkter. Die Schallwelle scheint sofort beim Zuhörer zu sein (sehr schön Friedemanns Bao Lan aus der Aquamarin). Angerissenen Gitarrenseiten haben die typischen Griffgeräusche, die ich bei anderen Boxen gar nicht gehört habe (Friend and Fellow: Clock).
Die Piega's klangen im Vergleich fast schon schwammig im Bass und flach. Die Boxen lösen sehr schön auf, ohne Frage, jedoch haben sie in den Höhen und bei Frauenstimmen eine Tendenz der Härte. Es hing eine Kombination aus Verstärker und CD Player von zusammen 3000€ dran. Vergleicht man die Elektronik bei Art of Sound von gerademal ein Zehntel des Preises kommt man schon ins Grübeln. Rechnet man den Preisunterschied der LS Boxen von 8000€ vs. 2300€ (Schreinerarbeit) wird aus dem Grübeln ein Kopfschütteln.
Nach nun einem knappen Monat mit dem Bass Horn höre ich nicht mehr auf Nuancen sondern lasse die Musik einfach auf mich einwirken. Man taucht in die Musik ein und dies ist die Faszination dieses Boxentyps. Es ist auch egal, ob das Horn bis 40 oder 30 HZ geht. Die Qualität wie Schlaginstrumente reproduziert werden, ist so frappierend und realistisch, dass die Musik in den Vordergrund rückt und nicht die Lautsprecherbox.

Albert K